Von neuen Welten, auffälligem Verhalten und irrsinnigen Projekten

Hoch hinaus geht's im neuen Schuljahr nicht nur für die ErzieherInnen des VMKB

Hoch hinaus geht’s ins neue Schuljahr nicht nur für die ErzieherInnen des VMKB


Bäm – und schon ist mein erstes selbstständig verantwortetes theaterpädagogische Jahr vorbeigerauscht, und nach etwas Erholung und der verordneten Ruhepause lassen die neuen Aufgaben nicht lange auf sich warten. Es gibt viel zu tun, doch erstmal der Reihe nach:

Nach einem verspielten Ende der Sommerferien in Form einer Figurentheaterwoche in Kooperation mit dem Schweizerhaus Püchau e.V. und der Jugendarche Eilenburg, in der ich mit Paul Lederer und einigen Eilenburger Kindern die Puppen tanzen ließ, vertiefe ich mich in genau dieses Thema auch im neuen Schuljahr. Alles steht diesmal im Zeichen der Puppe – Paul und ich freuen uns riesig, dass unser Projekt „Verhalten: auffällig. Struwwelpeter Leipzig Ost“ gefördert wird durch das wunderbare Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung, die als Bündnispartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wichtige Fördermittel erhält. Ein lautes Hurra für ein tolles Projekt, das wir in Kooperation mit dem Kulturkosmos e.V., der August-Bebel-Grundschule und dem Puppentheater Sterntaler bis Juli 2017 durchführen können.

Neuigkeiten gibt es auch aus der ErzieherInnenausbildung. Seit August gibt es dort nicht mehr nur eine, sondern ganze zwei Klassen angehender ErzieherInnen, die in den Genuss spielpraktischer Übungen und Methoden kommen, und ganz neu dazu gekommen ist weiterhin eine Klasse neugieriger angehender SozialassistentInnen, die sich über kreativen Input freuen dürfen. Besonders froh bin ich darüber, der neue ErzieherInnenklasse mal ganz anders aus der Sicht der Klassenleiterin gegenüberzustehen.

Dem Verein irrsinnig menschlich bin ich schon länger sehr zugetan und habe diesen bis jetzt ehrenamtlich als Moderatorin verschiedener Projekttage unterstützt. Auch hier gibt es nun eine Neuerung: Finanzielle Zuwendungen sorgen dafür, dass ich ab jetzt als Honorarkraft gemeinsam mit unseren Experten in eigener Sache noch mehr und noch schönere Projekttage rund ums Thema „psychische Gesundheit“ absolvieren kann.

Ganz zaghaft in den Startlöchern dagegen steht ein neuer Verein, der sich gerade in Leipzig gründet. Worum es geht? Nur kurz sei verraten: Internationale Kulturpädagogik ist das Stichwort – später an dieser Stelle mehr! Und jetzt geht’s auf in einen kunterbunten Projekteherbst!

Viel Input und Endspurt

Alles in Bewegung

Alles in Bewegung

Auf der Zielgeraden wenige Wochen vor der theaterpädagogischen Sommerpause wird es nochmal richtig turbulent. Besonders angenehm für mich war es dabei dieser Tage, mal aus der Rolle der Anleitenden zu schlüpfen, und mir Dozentenbespaßung sozusagen passiv aus der Ferne anzuschauen. Sehr genossen habe ich den Workshop in Dortmund mit Katrin Sasse zu künstlerischen Interventionen in Unternehmen. Wirtschaft und Theater – das klingt nach schmucken Perspektiven und spannenden Plänen für mich in Zukunft.
Zurück in Leipzig, dreht sich der Rollentausch wieder um und ich folge den altbewährten Mustern, denn was in den nächsten Wochen auf dem Plan steht, macht mich ganz vorfreudig: Die angehenden ErzieherInnen der Fachhochschule für Sozialwesen des VMKB kehren bald aus dem Praktikum zurück, und in Kooperation mit der Kita Spatzennest in Grünau ist ein spielfreudiger Tag im Freien geplant, an dem sich die Kitakinder im Stationsbetrieb nach allen Kräften austoben können.

Außerdem freue ich mich auf ein weiteres Festival: Der Workshop zu Rhythmus- und Bodypercussion reist zusätzlich nach Freiberg und Döbeln zu den Mittelsächsischen Schultheatertagen und wird den Jugendlichen dort ein wohliges Kribbeln in Händen und Füßen bescheren.

Gut gerüstet für die mündlichen Prüfungen sind außerdem einige Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Schulzentrums Muldental: Ordentlich Selbstbewusstsein und wichtige Kniffe konnten diese nämlich in einem Workshop zum freien Sprechen sammeln, und müssen sich nun keine Sorgen mehr um einen souveränen Auftritt machen.

Die Kinder der August-Bebel-Grundschule spitzen derweil schon mal die Ohren. Zum dritten Mal schon werde ich im Juni in Kooperation mit dem Schweizerhaus Püchau eine ganze Hörspielwoche gestalten, in der uns akustische Experimente und eine hörbare Reise um die Welt bevorstehen.

Und um schon mal Lust auf die Zeit nach dem Sommer zu machen: Interkulturelle Kommunikation ist nicht nur rund um Leipzig gefragt – ein Seminar dazu im Kitakontext werde ich im Schuljahr 2016 / 2017 auch über die Volkshochschule Nordsachsen anbieten.

Ein- und Vorausblick

Feedback spielfreudiger Erzieherinnen

Feedback spielfreudiger Erzieherinnen

Viel los im theaterpädagogischen Frühling: Tolle Projekte schmückten die letzten Wochen, und ebenso spannende neue Ideen und feste Vorhaben bahnen sich in der Zukunft an.
In den vergangenen Monaten war ich viel im Einsatz für die Volkshochschule Muldental. So standen die Osterferien ganz im Zeichen rhetorischer Tricks und Kniffe – mit aufgeweckten SchülerInnen bastelten wir knapp eine Woche am perfekten Auftritt und bereiteten uns mit Wissenswertem aus Kommunikation und Körpersprache auf mündliche Prüfungen, Vorträge oder Bewerbungsgespräche vor. Außerdem versammelten sich in einem Fortbildungskurs – ebenfalls organisiert durch die VHS – 20 neugierige Erzieherinnen und gewannen Einblicke in Möglichkeiten von szenischem Spiel und Bewegung in der Kita. „Bitte mehr davon!“ war das einstimmige Feedback der spielfreudigen Truppe.

Die Fördergesellschaft des Theaters der jungen Welt lud mich im April ein, eine Workshopreihe für geflüchtete Menschen zu gestalten. Ruckzuck konnten vier Treffen angesetzt werden, und zwei Familienworkshops, ein Workshop für die Kleinsten sowie ein Rhytmus- und Bodypercussionworkshop für Jugendliche begeisterten Teilnehmende aus Syrien, Irak oder etwa Afghanistan und brachten Spiel und Abwechslung in den Alltag des Ankommens.

Und so werden auch die nächsten Wochen nicht langweilig: In der Grundschule am Rabet werkeln die Kinder der DaZ-Klasse eifrig an der Geschichte vom großen schwarzen Hund, das Schattentheaterprojekt am Freien Gymnasium Naunhof nimmt mehr und mehr Gestalt an und verursacht Krawall im Olymp, Workshops für das Theater der jungen Welt zum Theatertag am Gymnasium in Wurzen im Juni sowie im Rahmen des Schultheatertreffens im Mai werden gerade emsig geplant. Gemeinsam mit der VHS Muldental wird weiterhin an einem spielintensiven Konzept zur interkulturellen Kommunikation in Kita und Schule gefeilt. Zu guter letzt heißt es: Kunst fürs Land! Denn eine wirklich aufregende Kooperation mit dem Kinder- und Jugendhaus „Come in“ in Grimma bahnt sich leise an…Mehr dazu in Bälde!

Tiefenentspannt im Leipziger Osten

Lauter gute Nachrichten:
Riesig froh bin ich, dass meine Theaterarbeit mit einigen Kinder der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der August-Bebel-Grundschule im Leipziger Osten ab März durch den Verfügunsfonds Gesundheit gefördert wird.
Ziel des Fonds ist es, „die Anschubfinanzierung gesundheitsförderlicher (Mikro-)Projekte in Leipziger Stadtteilen besser und unbürokratischer zu unterstützen.“ Finanziert wird der Fonds durch die AOK Plus und IKK classic. Der erste Teil des Projektes läuft bereits und wird durch den Förderverein der Grundschule finanziert.
Gemeinsam kämpfen wir uns mutig mit spiel- und theaterpädagogischem Allerlei durch den Dschungel der deutschen Sprache, bevor es im zweiten Teil des Projektes ganz besonders um spielerische Stressbewältigung und ein entspanntes Miteinander geht. Ganz nebenbei werden wir dabei den Stadtteil nach spannenden Bewegungsmöglichkeiten erkunden. Sport- und Erlebnispädagoge Lars Klewe wird uns bei diesen urbanen Stadtraumerkundungen tatkräftig unterstützen.

Wenn man dich fragt, wohin du gehst…

…sag nach Bologna!

Superfroh sind wir: Gemeinsam mit der wunderbaren Daniela, Regisseurin der compagnie augenmusik aus Dresden, geht es für mich im Februar nach Bologna zum Festival Visioni di futuro, visioni di teatro…International festival of theatre and culture for early childhood. Das von mir schon lange heißgeliebte Teatro La Baracca widmet sich während dieses Festivals mit runden Tischen, Workhsops und künstlerischen Beiträgen den Möglichkeiten der Darstellenden Künste für die Allerkleinsten. Mit einem Projektvorschlag zur gemeinsamen Arbeit mit Kindern mit Hörschädigung hatten wir uns beworben – und konnten es kaum glauben, als vor einigen Wochen die Email ins Postfach geflattert kam und uns mitteilte, dass wir neben sechs weiteren KünstlerInnenkollektiven beim Festival arbeiten dürfen. Evviva!

Überall Schatten, überall Licht

Sie steht! Die von den basteleifrigen Teilnehmenden des Mittagsband Schattentheater vom Freien Gymnasium Naunhof eigens zusammengezimmerte Schattenwand hält, steht und wird bespielt. Bevor wir eintauchen in die phantastischen Untiefen der griechischen Mythologie heißt es zunächst: Ausprobieren, wild experimentieren, schlauer werden. Hammer und Akkuschrauber beiseite – ab jetzt wird gespielt!
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Wer leider dem Klassenzimmeralter entwachsen ist und dennoch unbedingt und schon immer mal mit Licht und Dunkel experimentieren wollte, kann sich an die Volkshochschule Muldental wenden: Vom 31.10. – 1.11. findet dort mein Schattentheaterworkshop statt. Alle Infos dazu gibt es hier.